Fachkräfte-Campus: Noch viele Fragen offen – Perspektiven deuten keine Lösung an – FDP fordert 2. Teil der Machbarkeitsstudie
„Das in der Kreistagssitzung vorgestellte Modell Fachkräfte-Campus lässt viele Fragen offen“, so Kreistagsabgeordneter Nils Weigand.
Nicht nur die ungelöste Finanzierung der Umbaumaßnahmen an den möglichen Standorten bleibt offen, auch woher die Lehrkräfte und Handwerker kommen und wer sie als Arbeitgeber bezahlt. Bisher sind die Berufsschullehrer Landesbedienstete. Auch ist nicht klar, welche Berufsbilder sich die Initiatoren des Campus vorstellen – Schreiner, Mechatroniker, Pflegerinnen, Pfleger, Bäcker, Maurer usw. und welche Vergütungen erhalten die Auszubildenden. Bisher zahlen dies die Lehrbetriebe. Soll das in Zukunft der Kreis übernehmen? Auch stellt sich die Frage woher weiß die Campus-Verwaltung, ob die jeweiligen Berufe nachgefragt bleiben. Sollen dies die Kammern entscheiden? Nein, auch die vermutete Zahl fehlender Kräfte aus den Boomer-Jahren ist nur aus dem Renteneintritt der nächsten Jahre abgeleitet und den wahren Blick auf die Berufsbedarfe spiegelt das Konzept nicht wider.
Die Berufsschulen im Kreis haben bereits jetzt schon zum Teil mit zu geringen Schülerzahlen in den Fachklassen zu kämpfen. Will die SPD mit ihrem gutklingenden Konzept, dass diese Berufsausbildung – seit mehr als 100 Jahren in Deutschland bewährt und für geringe Jugendarbeitslosigkeit bekannt – zum Auslaufmodell bringen? Das wäre in der Umsetzung und finanziell eine schwere Belastung für den unterfinanzierten Landkreis. Vor einer endgültigen Entscheidung zur Einführung des Fachkräfte-Campus erwartet die FDP-Kreistagsfraktion ausreichende Antworten auf die bereits im Kreistag gestellten Fragen.
