Landratswahl: Kandidaten-Hearing ermöglicht direkten Vergleich
Bild privat v. l. hinten Dr. Ralf-Urs Giesen (FDP-Kreisvorsitzender), Andreas Rethagen (Kreisausschuss), Anna-Maria Bischof (Landratskandidatin CDU), v.l. vorne Wiebke Knell (MdL und FDP-Kreistagsabgeordnete), Luca Fritsch (Landratskandidat SPD) und Rosalie Bock (Landratskandidatin FW)
FDP Schwalm-Eder: Landratswahl wird zur Persönlichkeitswahl
Gut besuchtes Kandidaten-Hearing ermöglicht direkten Vergleich
Homberg (Efze). Auf großes Interesse ist das Landratskandidaten-Hearing der FDP Schwalm-Eder gestoßen. Zahlreiche Mitglieder kamen zur offenen Sitzung des FDP-Kreisvorstandes ins Gasthaus Krone, um Anna-Maria Bischof (CDU), Luca Fritsch (SPD) und Rosalie Bock (Freie Wähler) persönlich kennenzulernen und mehr über ihre politischen Vorstellungen zu erfahren. Sebastian Schackert wurde als Kandidat der Linken nicht zu dem Hearing eingeladen, da für die FDP eine Unterstützung oder Zusammenarbeit mit einem Mitglied der Linken nicht infrage kommt.
Den Auftakt des Hearings bildete eine von Wiebke Knell, Mitglied der FDP-Kreistagsfraktion und Vorsitzende der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, moderierte Ja-Nein-Runde. Mit grünen und roten Karten positionierten sich die Kandidaten mit unterschiedlichen Abstimmungen zu Kreisfinanzen, Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung.
Die anschließende Fragerunde moderierte der FDP-Kreisvorsitzende Dr. Ralf-Urs Giesen. Dabei ging es um eine funktionierende und sparsame Kreisverwaltung, die wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und Fachkräftesicherung sowie die Zusammenarbeit des Landkreises mit den Städten und Gemeinden. Hierbei betonten alle drei Kandidaten, dass sich in den aufgeblähten Verwaltungsstrukturen was ändern muss sowie Investitionen in Bildung im Vordergrund stehen.
„Das Hearing hat seinen Zweck erfüllt. Wir konnten uns ein gutes Bild davon machen, wofür die drei Kandidaten stehen, wie sie Prioritäten setzen und wie sie das Amt der Landrätin beziehungsweise des Landrats ausfüllen wollen“, erklärt Giesen.
„Die Landratswahl ist in besonderem Maße eine Persönlichkeitswahl“, erklärt Wiebke Knell. „Entscheidend ist nicht nur, welche Ziele jemand formuliert. Entscheidend ist auch, wem die Menschen zutrauen, die Verwaltung zu führen, Entscheidungen zu treffen, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen und den Schwalm-Eder-Kreis überzeugend nach außen zu vertreten.“
Für die FDP bleiben die eigenen politischen Maßstäbe klar. Der Schwalm-Eder-Kreis brauche in Zukunft eine Verwaltung, die zuverlässig funktioniert, bürgerfreundlich arbeitet und offen für neue Lösungen ist. Verwaltungsleistungen müssten einfacher und digitaler werden, Entscheidungswege kürzer und bestehende Strukturen regelmäßig auf ihre Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit überprüft werden.
„Innovativ und sparsam sind für uns keine Gegensätze“, betont Nils Weigand, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion Schwalm-Eder. „Eine moderne Verwaltung setzt ihre finanziellen Mittel verantwortungsvoll ein. Eine höhere Kreisumlage darf nicht die einfache Antwort auf finanzielle Probleme sein, denn sie würde die Städte und Gemeinden zusätzlich belasten.“ Ebenso wichtig seien gute Bedingungen für Unternehmen, Handwerk und Beschäftigte. Der Landkreis müsse wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen und bürokratische Hürden abbauen.
„Unabhängig davon, wer die Wahl gewinnt, wollen wir mit der zukünftigen Landrätin oder dem zukünftigen Landrat gut, sachlich und konstruktiv zusammenarbeiten“, erklären Weigand, Knell und Giesen abschließend. „Unser gemeinsames Ziel muss sein, den Schwalm-Eder-Kreis wirtschaftlich stark, finanziell handlungsfähig und auch für die kommenden Generationen lebenswert aufzustellen.“

