Wiebke Knell zu den Grünen Kreuzen

30. Oktober 2019

FDP-Landtagsabgeordnete Wiebke Knell in der Nähe von Nausis

Anlässlich der Diskussion zu den grünen Kreuzen der Landwirte meldet sich auch die heimische FDP-Landtagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Wiebke Knell zu Wort:

„Immer höhere Auflagen und ein gesellschaftliches Klima gegen unsere Landwirte, das sowohl die Bunderegierung und auch die schwarz-grüne Landesregierung mit verursacht haben, sind schuld daran, dass sich die Landwirte auch hier bei uns an den Pranger gestellt fühlen. Die Frustration in der Landwirtschaft und die Angst um die Betriebe und den Berufsstand kann man bei jedem Hofbesuch mit den Händen greifen. Die grünen Kreuze sowie die Demonstrationen in Bonn und vielen anderen Städten Deutschlands in der vergangenen Woche sind deshalb nicht als Symbol der Hoffnung, sondern als Zeichen der Resignation zu verstehen. Die Bauern protestieren, weil ihnen teilweise erhebliche Flächenanteile durch das neue Agrarpaket der Bundesregierung quasi aus der Produktion genommen werden. Welcher Bürger würde die Füße stillhalten, wenn ihm bis zu 50 % seines Einkommens innerhalb eines Jahres zusätzlich entzogen werden? Ich habe für den Protest großes Verständnis. Meiner Meinung nach sollte ein harmonischer Dreiklang angestrebt werden, der aus verantwortungsvoller Düngung und Produktion, maßvoller und standortgerechterer Regulierung und sensiblerem Konsum bestehen sollte.“

Knell weiter:
„Ich stimme Herrn Dekan Wachter in vielen Punkten seiner Stellungnahme zu den Grünen Kreuzen protestierender Landwirte zu. Die Arbeit unserer Landwirte sollte wieder mehr wertgeschätzt werden. Immer weniger Landwirte ernähren immer mehr Menschen. Das sollte sich jeder Verbraucher vor Augen führen, wenn er vor vollen Supermarktregalen steht. Aus dem vorhandenen Überfluss kann leicht ein Hang zur Verschwendung entstehen. Hier ist ein Umdenken erforderlich. Der Vergleich zwischen Grünen Kreuz und Stoppschild ist deswegen passend. Aber auch die Politik muss sich ihrer Verantwortung bewusst sein, die sie für den Berufsstand der Landwirte hat. Von der Landes- und Bundesregierung erwarte ich, dass sie endlich dafür sorgen, dass Landwirte und ihre Produkte wertgeschätzt werden, sie weniger Bürokratie zu erledigen haben und ländliche Räume vom technischen Fortschritt nicht länger abgeschnitten werden.“